* Lyrisches *                    

EISBERGE IM FEUERLAND

 

 

Durch Nebelwolken zart zu sehen,

vereiste Berge, die im Feuer stehen,

die ungeweinten Tränen bilden eine kühle Wand

und halten ganz bewusst auch dieser Hitze stand.

 

Bewegungslos ertragen sie so manche Hinterlist

und bau‘ n ein neues Land, das der Antarktis ähnlich ist.

An einem Ort, der hier noch keinen Namen hat

wird jeder Regentropfen zur neuen Heldentat.

 

Die Flammen schlagen weiter und ungehindert heiß,

doch wird in diesem Klima das Wasser schnell zu Eis.

Die Berge werden größer, so oft der Himmel weint,

die Traurigkeit des Horizonts ganz klar darin erscheint.

 

Ein Eisberg ohne Seele hat längst sein Herz verlor‘ n

und wird im Wendekreis der Nacht zur kleinen Sensation,

denn unfassbar für alle hat Feuer keine Chance,

das Schutzschild für Gefühle ist pure Arroganz.

 

Ein gläserner Kontrast versteckt die Zärtlichkeit,

beherrscht als Gegensatz die wahre Wirklichkeit,

setzt damit seine Zeichen und bleibt doch unerkannt

und alles was wir sehen sind Eisberge im Feuerland.

                                                        (c.s.)

Weltenträumer

 

Wenn die Sonne untergeht,

fang’ ich meine Träume ein,

ich halt sie fest, füll’ sie mit Leben,

wenn ich träume bin ich frei.

 

… und ich träum von einer Welt, einer, die es so nicht gibt

und ich wandle durch die Nacht, wie ein Kind, das zu den Sternen fliegt.

 

In der Stille kann ich reisen,

in der Nacht, da kann ich seh’n,

und ich wandle durch die Zeit,

so, als wäre nichts gescheh’n.

 

… und ich träum von einer Welt, einer, die es so nicht gibt

und ich wandle durch die Nacht, wie ein Kind, das zu den Sternen fliegt.

 

Träume sind ein Teil von uns,

sie lassen uns Geschichten schreiben

und ich wandle durch den Raum,

such’ nach einem Grund zu bleiben.

 

… und ich träum von einer Welt, einer, die es so nicht gibt

und ich wandle durch die Nacht, wie ein Kind, das zu den Sternen fliegt.

 

Der Stoff, aus dem die Träume sind

führt mich ins Regenbogenland,

lässt Dich und mich lebendig werden

im Paradies gebaut auf Sand.

 

… und ich wandle durch die Nacht, bis der Tag sich vor die Wolken schiebt

und ich träum von einer Welt,

… einer, die es so nicht gibt…

(c) Corinna Schenk

(Musikalische Umsetzung durch Silent Ballads)

 

 

Verraten, verloren …

 

Sechs Jahre lang hab‘ ich gekämpft,

sechs Jahre lang allein im Sturm,

durch seine Kindheit abgebremst,

doch was weißt du denn schon davon?

 

Nach dieser schrecklich langen Zeit

willst Du ihn plötzlich wiederseh’n,

denn er ist groß und du bereit,

um alte Wege neu zu geh’n...

... und ich schau auf dieses Bild,

dass ihn als kleinen Jungen zeigt,

mal traurig, lieb und oft auch wild,

Verantwortung, die ewig bleibt.

 

Für mich ist hier kein Platz für dich,

als Vater hast du längst versagt,

vergessen, verzeihen – das kann ich nicht,

schon gar nicht, weil mein Sohn dich mag.

 

Er sieht mich an, versteht mich nicht,

ich spür die Ohnmacht und den Zorn,

es war auch deine gottverdammte Pflicht,

du hast uns verraten, ich habe verloren...

... und ich hör noch jedes Wort,

das du sagtest, als du gingst,

Freiheit brauchst du und willst fort,

weil dir dein Leben mehr noch bringt.

 

Doch ein paar Stunden Abenteuer

sind für den Kleinen nicht genug,

im Alltag brennt das stärkste Feuer,

was du nun tust ist Selbstbetrug.

 

Nur einmal wieder Vater sein,

mit dieser schönen Illusion,

ich werde dir niemals verzeih’n,

verraten und verloren...

... schau dann suchend auf das Bild,

das ihn zeigt als kleines Kind,

mal traurig, lieb und oft auch wild,

das hast du dir nicht verdient!  

                                                (c.s.)

 

 

 

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