* Lyrisches *                    

 

 

 

Mut zum Träumen

 

Wer heut’ noch Mut zum Träumen findet und wer vertrauen kann,

trotz Kummer an das Gute glaubt und nie den Trostpreis nur gewann,

wer alles noch in Farben sieht und nicht nur schwarz und weiß,

wer noch Kraft zum Kämpfen hat, auch auf dem falschen Gleis.

 

Wer heut’ noch Mut zum Träumen findet und lebt ohne Verdruss,

auch wenn er um sein Leben bangen und Schmerz erleiden muss,

wer oft betrogen wurde und trotzdem aufrecht geht,

wer anderen verzeihen kann, zu seinen Schwächen steht.

 

Wer heut’ noch Mut zum Träumen findet, dem Herzen folgt und darauf hört,                              

gleichwohl Moral und Anstand lebt, die Zukunft and’rer nicht zerstört,

wer treu sich bleibt und darum nicht und ständig nur - den eig’nen Vorteil nutzt,

wer Freunde hat, wenn man sie braucht, doch selbst kein Wesen je benutzt.

 

Wer heut’ noch Mut zum Träumen findet, auch wenn der Wind sich plötzlich dreht,

im Schlechten noch das Gute sieht und nie den leichten Weg dann geht,

wer mit Sorgen lächeln kann und das, was schön war, nicht vergisst,

wer auf die inn’ren Werte blickt, weil Geld allein nicht alles ist.

 

Wer sein Handeln und die Folgen am Ende einmal hinterfragt,

und versteht, wie man im umgekehrten Fall sich selbst wohl fühlen mag,

wer heut’ noch Mut zum Träumen findet, auch wenn er glaubt, er wär’ schachmatt,

dem Menschen wird man trauen können, weil  er, sie, es  Charakter hat.

 

Verraten, verloren …

 

Sechs Jahre lang hab‘ ich gekämpft,

sechs Jahre lang allein im Sturm,

durch seine Kindheit abgebremst,

doch was weißt du denn schon davon?

 

Nach dieser schrecklich langen Zeit

willst Du ihn plötzlich wiederseh’n,

denn er ist groß und du bereit,

um alte Wege neu zu geh’n...

... und ich schau auf dieses Bild,

dass ihn als kleinen Jungen zeigt,

mal traurig, lieb und oft auch wild,

Verantwortung, die ewig bleibt.

 

Für mich ist hier kein Platz für dich,

als Vater hast du längst versagt,

vergessen, verzeihen – das kann ich nicht,

schon gar nicht, weil mein Sohn dich mag.

 

Er sieht mich an, versteht mich nicht,

ich spür die Ohnmacht und den Zorn,

es war auch deine gottverdammte Pflicht,

du hast uns verraten, ich habe verloren...

... und ich hör noch jedes Wort,

das du sagtest, als du gingst,

Freiheit brauchst du und willst fort,

weil dir dein Leben mehr noch bringt.

 

Doch ein paar Stunden Abenteuer

sind für den Kleinen nicht genug,

im Alltag brennt das stärkste Feuer,

was du nun tust ist Selbstbetrug.

 

Nur einmal wieder Vater sein,

mit dieser schönen Illusion,

ich werde dir niemals verzeih’n,

verraten und verloren...

... schau dann suchend auf das Bild,

das ihn zeigt als kleines Kind,

mal traurig, lieb und oft auch wild,

das hast du dir nicht verdient!  

                                                (c.s.)

 

 

 

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